Wie macht man Storytelling?

Wie macht man Storytelling?

Storytelling ist ein besonderes Wort, zu dem es keine eindeutige Übersetzung gibt. Das deutsche Geschichtenerzählen kann immer nur eine Annäherung sein. Der Begriff wird heutzutage häufig in der Unternehmenskommunikation, im Content Marketing und in der PR verwendet, was vermutlich dazu beiträgt, dass er bei vielen künstlerisch denkenden Autoren einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt – dabei eröffnet er uns so viele Möglichkeiten.

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„Die Kunst des Erzählens neigt ihrem Ende zu, weil die epische Seite der Wahrheit, die Weisheit, ausstirbt.“
– WALTER BENJAMIN

Storytelling bedeutet Story & Plot

Wenn wir von gutem Storytelling reden, meinen wir eine gute Story mit einem guten Plot. Der Kern jedes Drehbuchs ist die Story, die Geschichte. Der kleinste gemeinsame Nenner jeder Geschichte ist die Veränderung. Nur wenn sich etwas verändert, gibt es überhaupt einen Anlass, etwas zu erzählen. Willst du ein Skript schreiben, solltest du dir überlegen, welchen Bogen du erzählen möchtest. Der Plot – die Handlung – ist die Ausgestaltung der Geschichte, die Art und Weise wie sie sich bewegt. Gute Wendungen machen den Plot spannend. Sie sind überraschend, aber müssen logisch aufeinander aufbauen. Ein Plot besteht aus einer oder mehreren Storylines, je nachdem wie viele Hauptfiguren es gibt.

Storytelling for Filmmakers – the basics.

Storytelling anstatt Dramaturgie

Dramaturgie kommt von Drama. Da nicht alle Geschichten Dramen sind, halte ich Storytelling für den weitaus besseren Begriff. Nicht nur, weil er international zur Anwendung kommt, sondern vor allem deshalb, weil in Deutschland ein beinahe zwanghafter Fokus auf dem dramatischen Erzählen liegt. Die Schattenseiten der Dramaturgie wird deutlich, wenn einer Geschichte von außen falsche Strukturen aufgezwungen werden. Erst wenn wir uns auf das Erzählen als solches fokussieren, auf die persönliche, individuelle Geschichte eines Autors, können wir die Geschichten von der Verpflichtung befreien, bestimmte Plot Points – Wendepunkte  treffen zu müssen. Stell dir einfach immer diese Frage: Was möchtest du erzählen?

Storytelling ist Handwerk

Storytelling ist nicht nur eine Methode, erzählerische Kunst zu erschaffen, sondern auch eine Art, sie zu verstehen. Wie teilen sich Künstler ihrem Publikum mit? Erzählen sie eine Geschichte oder versuchen sie das Erzählen zu untergraben? Welche erzählerischen Elemente setzen sie wie ein? Wir können an dieser Stelle auch von Story Design sprechen, denn beim Erzählen geht es um echte, handwerkliche Techniken. Leider gibt es noch keinen magischen Drehbuch-Generator und keine App, die uns die Storys und Plots automatisch generiert, selbst wenn es bereits Versuche in diese Richtung gibt.

Visuelles Storytelling

Im Film ist das Storytelling viel direkter als in anderen Medien, da hier die Action (die Handlung der Figuren) im Vordergrund steht. Beim Theater ist das der Dialog (die Handlung durch Sprache), bei Games ist es die Interaktion (die Handlung wird vom Spieler geliefert). Das Kino hat sich aus dem Stummfilm entwickelt, der im Wesentlichen nur durch das Handeln der Figuren erzählen konnte. Visuell zu erzählen bedeutet also etwas zu zeigen anstatt es auszusprechen. Wer tut was mit welcher Motivation und ist er dabei erfolgreich oder nicht?

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