Filmregie für Anfänger

Filmregie für Anfänger

Was bedeutet Filmregie?

Filmregie ist die kreative Leitung einer Filmproduktion. Ein guter Filmregisseur bringt vor allem zwei Eigenschaften mit: Erstens hat er eine klare Vision des Films, das heißt er kann ihn sich ganz genau vorstellen und vor seinem inneren Auge ablaufen lassen. Zweitens weiß er, wie er diese Vision an die einzelnen Mitarbeiter kommuniziert, die dementsprechend ihre Teile der Vision umsetzen können.

Auf den ersten Blick wirkt das Aufgabengebiet des Regisseurs überwältigend, aber bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass er gar nicht alles selbst können muss. Für ihn geht es schließlich nicht darum, die Arbeit jedes einzelnen Mitarbeiters bis ins kleinste Detail zu steuern. Ein guter Regisseur weiß genau was er will und ist dadurch in der Lage, eindeutige Entscheidungen zu treffen. Am Ende ermöglicht er es aber den anderen, sich kreativ auszudrücken. Drei Bereiche sind für die Kunst der Filmregie ausschlaggebend: Das Drehbuch, die Schauspieler und die Filmgestaltung.

Filmregie und Drehbuch

„Ist es erforderlich, dass ein Regisseur auch gut schreiben kann? Nein, aber es hilft, wenn er lesen kann!“
– BILLY WILDER

Obwohl es sicher hilfreich ist, schreiben zu können, ist das nicht zwingend notwendig. Natürlich liegt es nahe, als Autor-Regisseur seine eigenen Drehbücher umzusetzen, aber auch das ist kein Muss. Ein guter Regisseur hat ein Grundverständnis für die Arbeit des Drehbuchautors. Er weiß auf jeden Fall wie Storytelling funktioniert. Er kennt das Drehbuch in- und auswendig, weiß welche Geschichte es erzählt und entwickelt daraus seine Vision des Films.

Filmregie und Schauspieler

„Das Wichtigste am Set ist, dass die Schauspieler genug Selbstvertrauen haben, um verschiedene Sachen auszuprobieren.“
– PETER FARRELLY

Ein anderes Wort für Regisseur ist Spielleiter. Die Inszenierung der Schauspieler ist sein Kerngeschäft. Über das Staging gibt er ihnen Regieanweisungen, die ihr Spiel, ihre Performance, beeinflussen. Über das Blocking positioniert er die Darsteller in der Szene. Ein guter Regisseur gibt seinen Schauspielern Raum, damit sie sich sicher fühlen und öffnen können.

Für das Staging sollte der Regisseur den Unterschied zwischen resultatbasierten und handlungsbasierten Anweisungen verstehen: Ein Schauspieler kann keine Adjektive spielen, zum Beispiel so etwas wie „wütend“. Verben funktionieren als Regieaweisung viel besser. Eine Figur kann zum Beispiel etwas „verlangen“, jemanden „erpressen“ oder ihn „fertigmachen“.

Filmregie für Anfänger

Filmregie und Filmgestaltung

Gestalterische Mittel gibt es beim Filme sehr viele. Das offensichtlichste ist die Kameraführung, während die Tongestaltung häufiger mal unterschätzt wird. Jeder Regisseur hat seine eigene Handschrift und legt seinen Fokus auf andere Mittel. Sei es das Setdesign, die Montage oder die Filmmusik. Was ein Filmregisseur macht, kommt ganz auf seine Vorstellung an, wie der Film auszusehen hat. Hier lohnt es sich, die verschiedenen Stile bekannter Regisseure zu studieren. Eine Kenntnis der Filmgeschichte sowie der Filmgegenwart kann nicht schaden.

Wie lerne ich Filmregie?

Regisseur wird man durch das Filmemachen. Je mehr Filme du umsetzt, desto mehr Erfahrungen kannst du sammeln. Lesen macht zwar Spaß, aber parallel dazu darf man die Umsetzung nicht vergessen. Es müssen aber nicht immer abendfüllende Spielfilme sein. Kurzfilme werden immer ihre Berechtigung haben, vor allem und gerade jetzt: im goldenen Zeitalter des Internets und der Webvideos.  In diesem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg beim Filme inszenieren!

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